Tagebuch von meinem Omi-Chi Belinda2

Meine alte Lady ist ja jetzt 15 Jahre und 6 Monate alt. Die meisten von Euch wissen nicht wie so ein Tag mit so einer alten Dame, die mittlerweile nicht mehr so gut sehen und hören kann und auch schon leichte Demenz-Erscheinungen hat, so abläuft. So ein Chi braucht jetzt besonders viel Aufmerksamkeit und Hilfe, was sich dann zunehmend schwierig gestaltet wenn man mehrere Chis hat. Ich lasse mal meine kleine Maus erzählen:

Es ist zwölf Uhr mittags, Frauchen steht mit Geschirr und Leine vor meinem Körbchen, der bei ihr im Bett steht,  aber ich habe gar keine Lust aufzustehen, es ist doch so gemütlich in meinen kuscheligen Decken. Frauchen lässt sich nicht erweichen obwohl ich mich ganz doll sträube, ok dann muss es wohl sein. Frauchen zieht mich an und geht mit mir runter. Im Hausflur fange ich schon mal ganz laut zu bellen an, damit die Straße auch frei ist wenn ich runterkomme. Unten angekommen habe ich keine Lust zu laufen also muss Frauchen mich ein wenig animieren. Gut ich tue ihr den Gefallen und mache Pipi und mein Häufchen. Das ganze dauert so zehn Minuten obwohl ich mich nur zehn Meter vom Haus entfernt habe. Ich bin eher beschäftigt mit bellen und schnuppern, denn es könnten ja andere Hunde kommen. Oben wieder angekommen nervt Frauchen schon wieder mit Leberwurst und meinen Tabletten, wozu ich auch gar keine Lust habe, also spucke ich die erst mal aus, so zwei-  dreimal. Frauchen schimpft jetzt weil die Leberwurst nun geschmolzen ist und mein Fellchen verpappt ist. Ok, bevor sie noch mehr böse wird, schlucke ich das jetzt lieber runter. Frauchen holt jetzt mein Freßchen also nutze ich mal die Zeit und verstecke mich schnell hinter dem Fernseher. Frauchen meint sie hätte mich ein paar mal gerufen, ich habe nichts gehört, so warte ich mal bis Frauchen mich wieder zurück zum Körbchen holt, wo ich denn eher unlustig meine Kekse knabbere, denn nur mit zwei Zähnchen geht das nicht so schnell, und wenn Frauchen nicht dabei bleibt, habe ich eh keine Lust dazu, sie meint immer, dass ich essen muss. Oh Frauchen guckt gerade nicht, also verstecke ich mich wieder. In der Zwischenzeit kommt Romeo schnell angerannt und schnappt sich die Kekse und Frauchen schimpft wieder. Sie trägt mich wieder zurück ins Körbchen und gibt mir neue Kekse. Ich esse zwei drei und lege mich erst mal schlafen, schnarch....................
So gegen 17.00 Uhr gehe ich denn mit Frauchen, Herrchen und Roxanne runter zum Gassi gehen. Herrchen und Roxanne sind immer so schnell also bummele ich mit Frauchen hinterher. Ich habe doch so viel zu tun mit schnuppern so komme ich halt nicht so schnell von der Stelle. Frauchen schläft manchmal bald ein aber da muss sie wohl durch. Wieder oben angekommen versucht Frauchen mir wieder Naßfutter zu füttern aber ich mag das doch nicht also lasse ich es stehen. Ich weiß genau man muss nur hartnäckig sein, denn flitzt Frauchen in die Küche und holt mein Trockenfutter. Frauchen muss mit mir unter dem Tisch auf die Knie und mich füttern, dann esse ich auch. Herrchen füttert derweil den Romeo und die Roxanne, man sind die immer schnell fertig. Ich lasse mir da lieber Zeit und lutsche erst mal alle Kekse an bevor ich dann richtig loslege, Hauptsache Frauchen bleibt bei mir. Wenn sie denn keine Lust mehr hat, dann laufe ich in die Küche zu Herrchen, der mir dann wieder mein Näpfchen mit Trockenfutter hinstellt. Ich esse denn ein wenig weiter, und schmeiße die Kekse, die ich nicht mag, erst mal raus. Der Romeo sitzt schon auf der Lauer. Herrchen lässt das Näpfchen immer stehen so habe ich dann Zeit, mir immer mal ein paar Kekse zu nehmen. Da Romeo sich nun wieder nicht beherrschen konnte, muss er derweil in sein Häuschen und wird langsam sauer, weil ich noch immer nicht fertig bin. Aber ich mag nicht hintereinander essen sondern zwischendurch lieber in der Wohnung rumlaufen. Leider finde ich manchmal nicht zurück und so muss mich Herrchen oder Frauchen zum Näpfchen zurückbringen. So um 19.00 Uhr bin ich dann auch fertig und lege mich wieder in mein Körbchen, schnell noch meine Vitamintablette von Frauchen abgenommen, diesmal ohne schmattern, und ich mache ein Nickerchen.
So um 23.00 Uhr will ich ins Bett aber Frauchen hat wohl noch keine Lust also nerve ich ein wenig. Sie bringt mich dann in mein Bettchen, aber sie kommt nicht mit, also springe ich wieder runter und laufe jammernd rum. Das geht so ein paar mal bis sie denn auch ins Bett kommt. Aber mir fällt jetzt ein, nachdem sie mir meine Tabletten gegeben hat, die ich auch brav genommen habe, dass ich noch ein paar Kekse mehr haben möchte, also muss Frauchen wieder raus aus dem Bett und mir welche aus der Küche holen, Durst habe ich auch noch, also darf sie auch nicht vergessen, mir mein Wasser ans Schnäuzchen zu halten. Das klappt prima, so brauche ich nicht extra wieder aufstehen sondern nur Frauchen.
So jetzt bin ich satt und kann schlafen, vorher lasse ich mich noch kraulen und dann schlummere ich ein.
Was für ein anstrengender Tag für mich............................. 



So meine Lieben läuft so ein Tag in etwa ab. Wenn es meiner kleinen Maus nicht gut geht und sie wieder grummeln im Bäuchlein hat, dann ist es noch stressiger. Ganz schlimm ist es wenn ich nicht daheim bin, denn sie ist total auf mich geprägt, dann ist sie nur am jammern und rumlaufen weil sie mich sucht. Herrchen kann sie kaum beruhigen und fressen tut sie erst wenn ich wieder daheim bin. So ist es mir auch nicht mehr möglich, in Urlaub zu fahren. Die Kleine bleibt nicht alleine bei Herrchen und würde vor Sehnsucht nicht fressen, was für so einen alten Körper fatale Folgen haben kann.
Wir sind ständig bemüht, dass sie isst und trinkt, denn das ist im hohen Alter besonders wichtig weil der Körper schnell abbaut.

Sie ist jetzt ein extremes Beispiel dafür, wie es laufen kann wenn ein Hund zunehmend auf Hilfe angewiesen ist. Ich hatte das bei meinen anderen Chis auch noch nicht gehabt. Man sollte sich bewusst sein, dass so ein kleines Wesen nicht nur Freude macht sondern auch  aufopfernde Pflege und Verzicht bedeuten kann.

Am 30.10.2013 ist meine Kleine nun 18 Jahre alt geworden, ein sehr stolzes Alter. Sie braucht natürlich nun noch mehr Pflege und das rund um die Uhr. Sie hält uns also noch immer auf Trab. Mittlerweile kann ich aber wieder verreisen. Es ist ihr jetzt egal, ob ich oder Herrchen sich um sie kümmert. Das ist doch schon mal ein Fortschritt...lach. Jeder Tag ist jetzt ein Geschenk.

Am 07.12.2013 abends gegen 19.00 Uhr ist unser kleiner Engel friedlich für immer eingeschlafen. Wir vermissen unseren kleinen Engel und werden sie immer in unserem Herzen behalten.

Damit schließe ich dieses Tagebuch jetzt hier...:-(((