Der letzte Gang

 

 

Bin ich einst gebrechlich und schwach
Und quälende Pein hält mich wach
Was Du dann tun musst - tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren  sein.

Dass Du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht  zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehen -
muss Deine Freundschaft das Schwerste bestehen.

Wir lebten in Jahren voller Glück.
Furcht vor dem Muss? Es gibt kein  Zurück.
Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei!

Begleite mich dahin, wo ich hingehen muss.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluss.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
bis meine Augen  kommen zur Ruh.

Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
es war Deine Liebe,  die Du mir erwiesen.
Vertrauendes Wedeln ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.

Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist -
der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es soll nicht sein,  daß Dein Herz um mich weint.

 

 

Mein letzter Gang

Jetzt geh ich meinen letzten Gang,
von Herrchen treu begleitet,
weil mir mein armer Hundefang
so bösen Schmerz bereitet.

Ich hab die Worte wohl gehört,
die ihr zuletzt gesprochen,
mein kleiner Körper ist zerstört,
mein Herze bald gebrochen.

Ich reg' mich nicht und rühr' mich nicht,
lieg ja in Herrchens Arm.
Vom Hundehimmel strahlt ein Licht,
und mir ist jetzt ganz warm.

Nun Herrchen. lauf und geh nach Haus,
grüß Frauchen auch, von Herzen!
Ein kleiner Stich, dann ist es aus,
vorbei sind alle Schmerzen...

Ich war ein kleiner Chihuahua nur,
doch fühlt' ich eure Liebe
und gebe euch den einzigen Schwur:
dass gern ich bei euch bliebe.

Testament und letzter Wille eines Hundes

 
Ich besitze wenige Güter, die ich hinterlassen kann.
Nichts Wertvolles ist mein Eigentum, außer meiner Liebe und meinem Glück.
Ich bitte meine Besitzer, dass sie mich immer im Gedächtnis behalten,
 aber sie nicht wegen mir leiden.
In meinem Leben bemühte ich mich,
 ihnen ein Trost in traurigen Momenten und Freude in ihrem Glück zu sein.
Es tut mir weh, ihnen mit meinem Tod Kummer zu bereiten.
Die Stunde des Abschieds ist gekommen und es fällt schwer sie zu verlassen,
 aber zu sterben wird nicht traurig sein, denn (im Gegensatz zum Menschen)
 fürchtet der Hund nicht den Tod.
Eine große Bitte noch: Ich hörte oft von meinen Menschen:
 "Wenn er stirbt, wollen wir keinen Hund mehr.
 Wir lieben ihn so sehr, dass wir keinen anderen haben möchten".
Ich bitte meine Menschen, sich aus Liebe zu mir wieder einen Hund aufzunehmen.
 Es nicht zu tun, wäre eine traurige Erinnerung an mein Andenken.
 Ich möchte die Gewissheit haben, dass sie, gerade weil ich in ihrer Familie lebte,
 nun nicht mehr ohne Hund leben können.
Ich war nie eifersüchtig oder erbärmlich, spielte mit der schwarzen Katze,
 teilte in kalten Tagen den Teppich mit ihr und all die anderen Dinge aus Treue und Liebe.

Ich hinterlasse meinem Nachfolger mein Halsband und die Leine und wünsche ihm,
 dass er - wie ich - das Glück in diesem Haus genießt.
Das letzte Abschiedswort an meine Lieben: "Wenn Ihr mein Grab besucht,
 denkt an mich voller Traurigkeit, aber auch mit dem Wissen,
 dass hier eine Kreatur ruht, die Euch liebte. So tief mein Schlaf auch sein mag,
 ich werde Euch hören und selbst die große Macht des Todes wird nicht
 verhindern können, dass meine Seele (Geist) dankbar mit dem Schwanz wedelt.